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Die nachtaktive Schleiereule und der
tagaktive Turmfalke sind typische
Bewohner der Rheintaler Kulturlandschaft.
Als Kulturfolger finden sie häufig in
Gebäuden einen Brutplatz. Beide Arten
ernähren sich vorwiegend von Mäusen. So
verzehrt zum Beispiel eine ganze
Turmfalkenfamilie rund 20 Mäuse pro Tag.
In den letzten Jahrzehnten nahmen die
Bestände von Schleiereule und Turmfalke
immer weiter ab. Der Verein Pro Riet
Rheintal lancierte deshalb in Zusammen-
arbeit mit der Schweizerischen Vogelwarte
Sempach und der Landwirtschaft
ein Förderungsprojekt für die beiden
bedrohten Vogelarten. Das Projekt wurde
im August 2006 offiziell gestartet. Die
damals gegründete Arbeits-
gruppe besteht aus über 20 Landwirten
aus dem Projektgebiet sowie
weiteren Personen.
Als Höhlenbrüter und Kulturfolger lassen
sich Schleiereule und Turmfalke mit
Nistkästen gezielt fördern. Die Mitglieder
der Arbeitsgruppe machten in der Folge
viele mögliche Standorte für neue
Nistkästen ausfindig.
Unter Anleitung des Landwirts Manfred
Baumgartner aus Kriessern stellte der
Landwirtschaftliche Maschinenring Rhein-
tal die Nistkästen her. Inzwischen wurden
im Projektgebiet zwischen Diepoldsau und
Oberriet rund 120 neue Nistkästen mon-
tiert. Eine regelmässige Kontrolle der Nist-
kästen wird es erlauben, den Bestand, den
Bruterfolg und die Wirksamkeit von Arten-
förderungsmassnahmen abzuschätzen.
Brutplätze nützen wenig, wenn die Vögel
dem Nachwuchs nicht genügend Futter
zutragen können. Durch die Anlage von
Buntbrachen, extensiven Wiesen und
Hecken kann die Dichte von Kleinsäugern
und Grossinsekten erhöht werden.
Deshalb liegt ein Ziel des Projekts in der
Beratung der Landwirte und der Schaffung
von weiteren ökologischen Ausgleichs-
flächen, wo Schleiereule und Turmfalke
Mäuse, ihre Hauptbeute, jagen können.
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