Wiesen und Weiden für
den Weissstorch

Die Wiederbesiedlung des St. Galler Rheintals durch den Weissstorch ist auf hoffnungsvollen Wegen: Zwischen Altstätten, Oberriet und Kriessern waren in den letzten Jahren bis zu drei Horste von Paaren belegt. Für einen beständigen Bruterfolg des Kulturfolgers Weissstorch ist allerdings die Nahrungsgrundlage im Rheintal wie an anderen Brutorten in der Schweiz teilweise zu knapp. Auf den landwirtschaftlichen Produktionsflächen sind die Nahrungsquellen meist nur wenige Tage verfügbar. Bei Engpässen fehlen Flächen mit einem mehr oder weniger konstant vorhandenen Nahrungsangebot, auf das die einzelnen Störche bei Bedarf zurückgreifen können.

Mit so genannten Storchenwiesen
und -weiden soll die unbefriedigende Ernährungssituation in bestehenden und potenziellen Storchengebieten der Schweiz verbessert und damit eine längerfristige Basis für lokale Populationen gelegt werden. Im St. Galler Rheintal werden zusammen mit der Schweizerischen Stiftung für Vogelschutzgebiete SSVG Erfahrungen mit der Schaffung und Bewirtschaftung von Storchenwiesen
und -weiden gesammelt.

 

Habitatelement
Zielsetzung

Weiher
Flachufrig, mit permanenter Wasserführung und einer
Tiefe von 50-100 cm


Ständiges Angebot an
Wasserfröschen (Kaulquappen
und Frösche aller Grössenklassen)

 
 
Überflutungszone
Grünland mit
Feuchtwiesen-Charakter,
je nach Mikrorelief
mit mehreren temporären
Tümpeln und Schlickzonen
Temporäres Angebot an
Wasserfröschen, Wirbellosen
(z.B Heuschrecken)
 
Extensiv-Grünland
Ungedüngtes, extensiv bewirtschaftetes Wies-
oder Weideland
mit räumlich und zeitlich
gestaffelter Teilnutzung
Temporäres Angebot an
Juvenilen und adulten
Wasserfröschen sowie
Grossinsekten
(z.B Maulwurfsgrille, Feldgrille,
Heuschrecken, Laufkäfer)